Der Wuestenkaefig

Ich war ja auf einer “Kamel-Safarie” vor einigen Tagen. Aber man koennte auch sagen, dass ich in einer kleinen Ansammlung von weissen luxerioesen Zelten, umgeben von Windmuehlen und Hochspannungsleitungen einen kurzen Spaziergangsausritt auf einem Kamel gemacht habe. Wueste ist auf jeden Fall etwas anderes. Ich kam mir wie in einem goldenen Kaefig fuer Touristen vor. Das gesamte Gelaende war naemlich mit Stachelzaun eingezaeunt. Das, was ich mir erhofft hatte, naemlich eine verlassene Wueste und basic living in einem normalen Zelt unter dem Sternenhimmel  habe ich nicht erlebt. Dafuer konnte ich es geniessen abseits des lauten Jodhpurs ein wenig frische Luft zu schnappen und mich verwoehnen lassen. Der Service war naemlich unschlagbar. Das Beste war allerdings die unvergessliche und voellig ungeplante voellige Mondfinsternis!!!!

Ich war mit Cha und Richard unterwegs. Beide Wissenschaftler und in Seattle lebend. Sie ist Vietnamesin und er Neuseelaender und dennoch haben sie es beeindruckenderweise geschafft fuer die USA ein Arbeitsvisum zu bekommen und zusammen zu leben. Richard ist der typische Wissenschaftler. Nach ICD 10 Diagnose wuerde er wahrscheinlich unter einer klassischen sozialen Phobie mit latenter Angststoerung leiden. Cha ist hingegen sehr offen und wirklich lustig und humorvoll. Allerdings sind beide nicht sehr von Indien und seinen Anforderungen als Rucksack-Touristen angetan. Sie vertecken sich lieber und freuen sich auf Zuhause. Richard mag natuerlich auch keine Tiere und in Jodhpur ist ihm doch tatsaechlich eine Kuh auf den Fuss getreten! Kaum zu glauben. Cha hat die Geschichte erzaehlt und sich fast dabei kaputt gelacht.

Bevor wir abgereist sind aus unserem paradiesischen Wuestenkaefig habe ich zu Cha gesagt, wie schoen ich es finde, dass die beiden einen Weg gefunden haben zusammen zu bleiben. Sie meinte mit einem Laecheln:” Richard and I are believing in each other.” Es war sehr ruehrend, wie sie das sagte.

 

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2 thoughts on “Der Wuestenkaefig

  1. ” Richard and I are believing in each other.”

    Tja, Carmen, das hätten wir beide wohl auch gerne: das zu hören, das so unverletzt sagen zu können.

    Aber es ist ja auch schön, dass anderen gönnen zu können!

    • Lieber Michael,
      ja, da hast Du recht! Vor allem es einfach so leicht und locker zu sagen. so simpel und authentisch. hat mich echt beruehrt die kleine Vietnamesin!

      alles Liebe nach Suedafrika,
      Carmen

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