Stufenpepp mit Glätteisen

P1030287Heute war ich das erste Mal in einem richtigen Friseursalon! Also ich meine bei einem richtigen Friseur mit einem schicken Waschbecken, bei dem man den Kopf nach hinten kippt und sich die Haare waschen und massieren lässt. Der Kopfneigewinkel war reichlich unbequem, aber die Kopfmassage war sehr angenehm. Der Friseursalon hieß “About Beauty” und meine Friseurin Lisa. Sie ist Chinesin und vor 19 Jahren in die USA eingewandert. Ich sagte ihr, dass sie nach meiner Mutter die erste Friseurin ist, die meine Haare schneiden darf. Ja, liebe Mutsch, ich hab mich tatsächlich getraut mich unter die Schere einer anderen Friseurin zu begeben. Überraschenderweise war mir überhaupt nicht mulmig zumute, aber ich war dennoch vorsichtig und bat Lisa mir nur die Spitzen zu schneiden mit ein wenig stufigem Pepp. Wenn alles gut läuft, dann kann sie mir beim nächsten Mal vielleicht sogar meine Haare kurz schneiden. Sie fragte mich die exakt gleiche Frage, die mir meine Mutter am Anfang auch immer stellt:,,Auf welcher Seite trägst Du normalerweise Deine Haare?” Continue reading

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Die Jagd

arbeit 2

Seit knapp 2 Monaten nehme ich die Suche nach einem Job tatsächlich ernst. Meine Hoffnung, daß mir meine nächste Aufgabe wieder vor die Füße rollt, scheint nicht mehr zu funktionieren. Ich durchforste Jobangebote auf craigslist und schreibe eine Bewerbung nach der anderen. Das Schreiben von Bewerbungen wurde sozusagen mein full-time Job. Es ist erstaunlich, wie viel Zeit das Lesen von Annoncen und Formulieren von Begleitbriefen und Resümees in Anspruch nimmt. Ärgerlich ist, wie selten ich eine Antwort auf meine Mühen bekomme. Es ist doch wirklich nicht zuviel verlangt eine einigermaßen freundliche Absage zu formulieren. Ich komme mir vor wie ein migrierender Vogel, der fremde Erde nach dem richtigen Futter absucht. Alle Sinne sensibilisiert um das richtige Nahrungsmittel zu orten. Hin und wieder landet er und probiert etwas, um erneut festzustellen, dass er doch noch nicht das richtige gefunden hat. Eine Freundin, die ich einmal in der Woche treffe, fragt mich jedes Mal:” Was ist denn diese Woche Aufregendes auf  dem Planeten Carmen passiert?” Und natürlich kann ich ihr immer interessante Geschichten erzählen. Sie meinte, dass meine Jobsuche im Grunde meine Reisen ersetzt hat. Dieses Mal durchstreife ich keine fremden Länder, dafür lerne ich die unterschiedlichsten Leute und Jobumgebungen kennen. Ich habe wieder keinen wirklichen Alltag und fülle meine Woche mit so vielen anderen Dingen, so daß meine Zeit fast vollkommen ausgefüllt ist. Continue reading

Side bending Rabbit

Two little poems after a Feldenkrais session with Mary at the Garage.  So nice, these little free writing episodes…

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Side bent to the world

Knees falling to the side.
Elbows rising feeling rough,
swaying right into the wild.

No more words are entering the world.
Wordless sounds, squeak and rumor,
all coming from above my head.

It is dark up there and red underneath,
foggy thoughts viciously steamed.

Red underneath

No words needed in a world full of sounds. Continue reading

Meine Oma

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Meine Oma hat mir zu feierlichen Anlässen immer Socken geschenkt. Zum Geburtstag, zu Weihnachten, zu Nikolaus und zu Ostern. Ab und zu auch mal dazwischen. Es waren teure Socken, sie kaufte speziellen Marken und eine ihrer besonderen Lieblinge waren die mit dem Knopf am Fußgelenk. Oft hat sie vergessen das Preisschild abzureißen und ich war mir nie ganz sicher, ob sie es wirklich vergessen hat oder ob das Preisetikett absichtlich kleben blieb. Ich hätte mir selbst solche Socken nie gekauft, aber ich trug und trage sie immer mit Freuden. Meine Oma ist seit fast genau 3 Jahren gestorben. Jedes Mal, wenn ich ein Paar Oma-Socken aus meiner Sockenschublade hole, muß ich an sie denken und lächeln. Gestern trug ich eines meiner Lieblingspaare und als ich ein Loch darin entdeckte wurde ich traurig. Das Leben meiner pink-weißen Diamanten Söckchen ist fast zuende. Wer hätte gedacht, daß Socken solch einen Einfluß auf meine Befindlichkeit haben würden. Aber es sind natürlich nicht die Socken, es ist die Erinnerung meiner Oma, die morgens durch das Anziehen der von ihr geschenkten Socken wieder lebendig vor mir steht. Die Endlichkeit des Lebens, materialisiert in der Lebensdauer stinknormaler Socken. Es ist schon irre, wie Gefühle, Erlebnisse, Erfahrungen und Erinnerungen an Dingen haften können. Schönen Dingen. Danke Oma.