31.12.2011

Hey!

Ich habe den Text gestern geschrieben :

Am sonnigen Dienstagnachmittag nach einer 24 Stunden Flugreise wurde ich von Rajendra mit einer Schüssel knackigem Salat empfangen! Ich musste so lachen, denn ich habe zwar eine Schüssel Salat bestellt, dass ich sie aber direkt am Flughafen bekomme, damit habe ich nicht gerechnet.

Heute ist es grau, diesig und es nieselt vor sich hin. Das Jahr 2011 neigt sich seinem Ende zu und fuer die meisten wird es wohl langsam Zeit sich zu ueberlegen, wo man den Abend verbringen moechte. Jedes Jahr die gleiche Frage. Jedes Jahr die gleiche Ungewissheit und jedes Jahr der gleiche Frust. Na, vielleicht nicht JEDES Jahr

Die Stimmung in den Strassen von Oakland ist gut. Es scheint etwas in der Luft zu liegen. Etwas, das sich nach Erwartung, Euphorie und Feiern anfuehlt.

Die Cafes sind an diesem Nachmittag alle voll und es wird lautstark, wie es sich fuer richtige Amis gehoert gechatted. Ich kann mich hier leicht unters Volk mischen und fuehle mich in meiner Anonymitaet sauwohl. ENDLICH anonym! Nachdem ich fuer 2 Monate im Brennpunkt der indidschen Aufmerksamkeit stand, geniesse ich den Luxus der Anonymitaet in vollen Zuegen. Ausserdem die Leichtigkeit der Menschen, die echt entspannter und meist freundlicher als wir Deutschen sind … dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb faellt es mir nicht leicht deep conversation mit ihnen zu fuehren.

Wenn ich dieses Jahr revue passieren lasse, dann schwappen viele Gefuehle ineinander und purzeln nur so durch meinen Koerper. Es gab enorm viele Gluecksmomente und ich habe mich gleichzeitig noch nie so verloren gefuehlt. Wohin, wohin, wohin???!!! Immer wieder diese Frage. Ich war so oft genervt und frustriert von mir und von allem um mich herum. Oft zweifelte ich an meinem Gefuehl das Richtige zu tun und die Kraft der Zuversicht liess nach. In Verlorenheitsmomenten wollte ich nur, dass diese Reise endlich zuende ist.

Aber ich habe verstanden, dass ich sie nicht einfach so beenden kann, nur weil ich gerade muede und erschoepft bin. Ich darf diesen Emotionsdschungel erleben um mehr Klarheit in mein Leben zu bringen. Und im Dschungel lauert bekanntlicherweise alles mögliche Unberechenbare. Ich mag das Gefuehl nicht zu wissen, was unter dem naechsten Bananenblatt liegt oder welches Tier mir ueberraschenderweise aus dem Dickicht entgegen springt. Die Sensibilisierung und Schaerfung meiner Sinne in diesem Dschungel fuehlen sich sinnvoll an.

Es ist mein Weg, ob er nun richtig ist oder nicht steht eh nicht zur Debatte, da ich ihn gehe. Ich fuehle, dass das Ende des Reisens ohne Haus naeher rueckt. Vertrauen und Zuversicht lassen mich schon nicht im Stich.

 

Mein Wunsch fuer 2012 ist klar:

 

Ich gehe, laufe, renne, wandere, tanze, contacte, butohe, vipassane bis ich den Platz gefunden haben, den ich brauche um zur Ruhe zu kommen. Egal wo, egal mit wem, egal mit welchem Job. Ich wuensche mir einen Ort zum Leben, einen Ort zum Sein, einen Ort zu dem ich zuerueck kommen kann, wenn ich durch die Gegend fliege, einen Ort, an dem ich die Moeglichkeit habe zu verdauen, zu wachsen und einen Ort zu “wurzeln”

 

HAPPY NEW YEAR my friends!

 

Vielleicht wird es ja so oder so ähnlich vor meinem Heim aussehen … ich hoffe allerdings auf schönere Gartenmöbel und kein Plastik 🙂

 

 

 

 

 

 

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10 thoughts on “31.12.2011

  1. Moin Carmen,
    das sieht zu mindest sehr nach schwäbischer Alb aus!
    Dass dir egal ist, mit wem du zusammen bist, das glaube ich nicht ganz … wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, ist es ja nicht nur toll für das Herz.
    Was mir sehr nah ist, das Gefühl, irgendwo ankommen zu wollen. Tja, wenn ich nur wüsste wie man das macht. Vielleicht gibt es einfach Menschen deren Charisma ist es, nicht ankommen zu können und deshalb offen zu bleiben für alles Neue und Fremde. Aber Heimat zu haben … ja, das wäre auch schön!

    Ich wünsche dir einen guten Start und eine schöne Zeit in Kalifornien …

    Michael

    • Lieber Michael,

      Du hast natrlich recht, dass es mir nicht egal ist, mit wem ich zusammen bin :-), aber ich bin so sehnschtig nach einem Ort, dass ich das so ignorant und egoistisch geschrieben habe. Heute bin ich schon wieder umgezogen, habe geputzt und gepackt und frage mich, wie oft ich das wohl in nchster Zeit noch machen werde…

      Wenn Du herausfindest, wie man “ankommt”, dann lass es mich wissen.

      Ich antworte Dir auf Deine email und wnsche Dir auch einen guten Start ins neue Jahr.

      Alles Liebe, Carmen

  2. HI Carmen
    ein verspätetes Happy New Year. Es tut mir auch leid, zu lesen, dass es Dir Weihnachten nicht so gut ging.
    Wie immer bin ich ein wenig neidisch – Du reist so viel 🙂
    Was wäre, wenn Du mal nicht reist, also einfach bleibst. Auf unbestimmte Zeit? Vielleicht kommt man nur dadurch an, dass man eben ankommt und nicht “durchreist”. Wäre ein neues Abenteuer für Dich.
    Liebe Grüße aus HH, Anja

    • Hi Anja,

      Dir auch ein verspaetetese Happy New YEar!
      Ja, mir gings echt schlecht und ganz “heile” bin ich auch noch nicht.

      Ja, was waere, wenn ich einfach bliebe … vielleicht tue ich das auch … wenns der richtige Platz fuer mich ist und die Schwierigkeiten sich loesen. Ich habe mir dafuer nicht den einfachsten Weg ausgesucht, aber es gibt ja immer Moeglichkeiten und unklare Gesetze …aber erst einmal muss ich ueberhaupt bleiben wollen 🙂 Und Du hast recht, es waere ein neues Abenteuer fuer mich und die groesste Herausforderung ueberhaupt!

      Viele liebe Gruesse aus Oakland!
      Carmen

    • Hi Katrin,

      ja, der Platz ist in mir. Du hast recht. Ich weiss das auch. Aber nach fast 2 Jahren permanentem Reisen, wuerde es mir helfen einen Ort zu haben, an dem ich mich wohl fuehle und so richtig “einsinken” koennte. Wie in einem ausgebeulten alten Ohrensessel 🙂
      Einen Ort, der mir das “Ankommen in mir, zumindest in diesem Lebensabschnitt erleichtert/ermoeglicht.

      Dicker Kuss,
      Carmen

      • Hi Carmelita,
        du hast auch recht, I know, es gibt Orte oder Menschen, die einem das Ankommen wirklich erleichtern:-)
        Das kennst Du bestimmt auch, aber wie wärs mit ´ner konkreten Bestellung beim Universum? Solange du wünschst, tanzst, rennst, läufts etc bis du ankommst -wirst du die Zustände “rennen, wünschen, laufen etc”. , erfahren – aber nicht ankommen. Beschreibe Deinen Wunsch als Ist-Zustand, so als sei er schon Wirklichkeit: Ich bin angekommen, der Ort, die Menschen (positiv und präzise).
        Happy new life – now!
        Hug, Katrin

      • Ja, diese Strategie probiere ich … wenn nur alles mal ein wenig konkreter waere oder ich es konkreter werden lassen wuerde 🙂
        Klappt das Ist Zustand als Wirklichkeitswuenschen denn bei Dir?

        Kiss,
        Carmen

      • Ja, das klappt . . .nur nicht immer sofort . . .und . . .die Beschreibung sollte wirklich möglichst präzise und positiv sein.
        Hug Katrin

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