Wild und weit

Sierras, CA

Sierras, CA

Mein erster Urlaub seit langer, langer Zeit! Kaum zu glauben, nachdem ich vor genau 2 Jahren meine 3 jährige Reise beendet habe, war ich nun fast ein ganzes Jahr ununterbrochen an einem Ort. Manchmal fühlte ich mich als ob ich “festsitze”, dann wiederum als ob es so sein soll und ich fühlte mich ganz wohl damit. Ende letzten Jahres wurde ich dann aber doch kribbelig und fühlte mich ganz plötzlich regelrecht eingesperrt und auch gelangweilt.  Ich war unausstehlich und musste RAUS! Wir sind in die Sierras gefahren, allerdings nicht in das Gebiet, das von Touristen überschwemmt ist, sondern in ein vollkommen dünn besiedelte Region. Wir waren ein paar Tage in Markleeville. Dieses kleine Dorf hat 210 Einwohner, ist Bezirkshauptstadt und hat sogar ein Gerichtsgebäude. Es gibt einen Pub, der um 17 Uhr schließt, 2 kleine Hotels, eine Post, einen Tante Emma Laden, ein Souvenir-Geschäft, ein Frühstückscafé und ein absolut exquisites Restaurant. Dieses ist im Sommer 3 Abende und im Winter 2 Abende geöffnet. Das Essen war einmalig und sollte einer von Euch mal durch Markleeville kommen und es ist zufällig Freitag oder Samstagabend, stoppt im “Stonefly”. Das Highlight in Markleeville sind allerdings die Grover Hot Springs. Dort treffen sich alle, vor allem am Abend, denn es gibt keine andere Attraktion in der Umgebung. Um 18 Uhr werden die Bordsteine hochgeklappt, es wird eiskalt und die Nacht ist pechschwarz mit einem blinzelnden Sternenhimmel. 

Wir sind stundenlang gewandert, in einer Kälte, die meist von Sonnenschein durchflutet wird. Völlig klare Luft und das Gebiet ist wild und wirkt fast unbeeinträchtigt von aller Menschlichkeit. So stelle ich mir das Land der Bären vor, es hätte mich nicht überrascht, wenn ich einen getroffen hätte. Abends spielten Rajendra und ich Karten. Wir haben ein Spiel erfunden und es “Marklee” genannt. Meistens waren wir schon am frühen Abend hundemüde und schliefen in einem kleinen Hotelzimmer mit laufender Heizung. Apropos, unser Badezimmer hatte passende Fliesen zur Umgebung. Es gab Wölfe, Bären, Elche und Adler.

Ich fühlte mich sauwohl in diesem kleinen verschlafenen Ort, in dem sich die Menschen immer noch der Natur zu einem gewissen Teil unterordnen müssen. Ich liebe die Weite, die Stille, das Wilde und die klare Luft. Vielleicht könnte ich in einer Gegend, die so weit weg von vielen menschlich erschaffenen Freizeitaktivitäten liegt, ganz gut leben.

 

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