Meine Oma

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Meine Oma hat mir zu feierlichen Anlässen immer Socken geschenkt. Zum Geburtstag, zu Weihnachten, zu Nikolaus und zu Ostern. Ab und zu auch mal dazwischen. Es waren teure Socken, sie kaufte speziellen Marken und eine ihrer besonderen Lieblinge waren die mit dem Knopf am Fußgelenk. Oft hat sie vergessen das Preisschild abzureißen und ich war mir nie ganz sicher, ob sie es wirklich vergessen hat oder ob das Preisetikett absichtlich kleben blieb. Ich hätte mir selbst solche Socken nie gekauft, aber ich trug und trage sie immer mit Freuden. Meine Oma ist seit fast genau 3 Jahren gestorben. Jedes Mal, wenn ich ein Paar Oma-Socken aus meiner Sockenschublade hole, muß ich an sie denken und lächeln. Gestern trug ich eines meiner Lieblingspaare und als ich ein Loch darin entdeckte wurde ich traurig. Das Leben meiner pink-weißen Diamanten Söckchen ist fast zuende. Wer hätte gedacht, daß Socken solch einen Einfluß auf meine Befindlichkeit haben würden. Aber es sind natürlich nicht die Socken, es ist die Erinnerung meiner Oma, die morgens durch das Anziehen der von ihr geschenkten Socken wieder lebendig vor mir steht. Die Endlichkeit des Lebens, materialisiert in der Lebensdauer stinknormaler Socken. Es ist schon irre, wie Gefühle, Erlebnisse, Erfahrungen und Erinnerungen an Dingen haften können. Schönen Dingen. Danke Oma.